Überraschung bei der Rentenversicherung: Überschüsse bis 2011?

In den Jahren 2009 bis 2011 rechnet die Bundesregierung mit einer soliden Finanzentwicklung in der Rentenversicherung zumal nur geburtenschwache Jahrgänge das Renteneintrittsalter erreichen.

Wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Beantwortung einer Kleinen Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion mitteilte, wird für das Jahr 2009 ein Überschuss von 2,9 Milliarden Euro erwartet (Bundestagsdrucksache 16/10727). 2010 liegt das Plus dann bei 2,5 Milliarden Euro und im Jahr 2011 wird sogar ein Überschuss von 5,0 Milliarden Euro unterstellt.

Im Jahr 2011 werden die Gesamteinnahmen der allgemeinen Rentenversicherung mit 255 Milliarden Euro und die Ausgaben mit 250 Milliarden Euro beziffert.

Die Prognose basiert auf den Berechnungen des Schätzerkreises Rentenversicherung sowie auf den Annahmen der Bundesregierung zur wirtschaftlichen Entwicklung. Die jüngsten Daten der Steuerschätzung fanden noch keine Berücksichtigung. Das Ministerium wird bis zum 30. November den umfassenden Rentenbericht vorlegen, der dann auch Modellrechnungen über einen Zeitraum von 15 Jahren enthalten wird.

Zahl der 65-Jährigen sinkt

Die Anzahl der Rentenzugänge wird insbesondere von der Demografie geprägt, wie das Ministerium weiter ausführte. Insoweit sei die Anzahl der 65-Jährigen in der Bevölkerung ein geeigneter Indikator für die künftige Entwicklung. Die Entwicklung der Zahl der 65-Jährigen sei in den kommenden drei Jahren noch von geburtenschwachen Jahrgängen (1944 bis 1946) geprägt. So sinkt die Zahl der 65-Jährigen von 915.000 im Jahr 2009 auf 717.000 im Jahr 2011. Gemessen an den 65-Jährigen und Älteren wird der Rentenbestand kaum zunehmen: 2009 werden 16,794 Millionen Rentner erwartet. 2001 sind es dann 16,862 Millionen.

Wirtschaftliche Rahmendaten

Bei einem über die drei Jahre stabilen Beitragssatz von 19,9 Prozent wird für das kommende Jahr eine Rentenerhöhung von 2,75 Prozent unterstellt. Auch 2009 bleibt der Riester-Faktor ausgesetzt, der den Rentenanstieg sonst um etwa 0,6 Prozentpunkte gedämpft hätte. Für die beiden Folgejahre werden Rentenanpassungen von 1,80 und 0,58 Prozent erwartet.

Bei den wirtschaftlichen Rahmendaten wurde für 2009 ein reales Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent unterstellt. In den beiden Folgejahren soll die Wirtschaft um jeweils 1,4 Prozent wachsen. Die Bruttolöhne und -gehälter dürften sich 2009 um 2,8 Prozent sowie 2010 und 2011 um jeweils 2,3 Prozent erhöhen.